Jährlich verschwinden in Nepal, einem der ärmsten Länder der Welt, zwischen 20 000 und 25 000 Kinder und junge Frauen. Oftmals werden sie in Bordelle oder als Arbeitssklaven ins Ausland verkauft. Wir möchten den Kindern der Dalits (= unterste Kaste im Hinduismus) durch Bildung Möglichkeiten und Chancen eröffnen und ihnen eine Kindheit ohne Kinderarbeit, Prostitution und Gewalt gewährleisten. Durch unsere Projekte geben wir ihnen seit zehn Jahren Sicherheit vor Kinderhandel, täglich zwei warme Mahlzeiten, Kleidung, Medizin und – ganz wichtig – die Basics in Schreiben, Lesen, Rechnen und Englisch. Wir wollen vor allem Mädchen und Frauen der Dalits mit ChildVision Nepal eine lebenswerte Zukunft ermöglichen!
Unsere Vision in Nepal
Mit Bildung geben wir unseren Dalit Kindern eine Angel für ihre bessere Zukunft. Fische zu geben würde bedeuten, dass sie nur für einen Moment unterstützt werden – ohne Nachhaltigkeit.
Ein Kind, ein Stift, ein Buch und eine Lehrkraft können die Welt verändern.“ (Malala Yousafzai, Friedensnobelpreisträgerin)
Zu Weihnachten 2016 besuchten wir zum ersten Mal die Kinder im Gefängnis von Birgunj. Die Schule war lieblos. Die Kinder waren abgemagert, verlaust und verängstigt. Sie trugen zerrissene Kleidung, hatten keine Schuhe. In ihren Augen fehlte das Leuchten, das ich von Kindern kannte.
Diesen Blick konnte ich nicht vergessen. Als Mutter, Soziologin und Pädagogin ahnte ich, wo man beginnen konnte: Bildung war der Schlüssel zur Hilfe.
Aus diesem ersten Besuch entstand ChildVision Nepal. Seit rund zehn Jahren arbeiten wir gemeinsam mit Anamika und unserem nepalesischen Team daran, Kindern einen verlässlichen Ort zum Lernen und Leben zu geben.
Heute besuchen 270 bis 300 Kinder unsere drei Schulen in Birgunj. Rund 40 Kinder leben in unseren Hostels. Die ehemalige Gefängnisschule hat als Rose School im Rosina Hostel einen neuen Platz gefunden.
Besonders am Herzen liegen uns die Mädchen. In unserer Lotus School im Slum lernen ausschließlich Mädchen, deren Bildungsweg wir weiter begleiten möchten – bis zum College und, wenn ihre Entwicklung es ermöglicht, bis an die Universität. Im Yasmin Hostel bereiten wir einen weiteren Weg vor: ein Zentrum für berufliche Ausbildung.
Wir erleben Fortschritte, die Mut machen. Wir erleben auch Rückschläge und Entscheidungen, die schwerfallen. Darüber möchten wir ehrlich erzählen. Denn hinter jedem Projekt stehen Kinder mit eigenen Fähigkeiten und Wünschen – und Menschen, die ihnen Tag für Tag zur Seite stehen.
In meinem Buch „Die kleinen Hände der Hoffnung“ erzähle ich von diesen Begegnungen und vom Aufbau unserer Arbeit.
Lernen Sie unsere Kinder, unser Team und unsere Projekte kennen. Vielleicht wird auch für Sie aus einer Begegnung der Wunsch, etwas zu bewegen.
Brigitte Söllinger · Obfrau von ChildVision Nepal